Ausgabe 6/2014
Steuertipp vom 06.02.2014

Gewerbliche Infizierung durch Photovoltaikanlage vermeiden

Gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG kann eine Personengesellschaft, die auch gewerbliche Einkünfte i.S.d. § 15 Abs. 2 EStG erwirtschaftet (neben land- und forstwirtschaftlichen, freiberuflichen oder vermögensverwaltenden Einkünften), insgesamt nur gewerbliche Einkünfte erzielen. Das bedeutet, dass selbst Einkünfte, die rechtlich anderen betrieblichen oder privaten Einkunftsarten zuzurechnen sind (z.B. nach §§ 13, 18 oder 21 EStG), als solche i.S.d. § 15 EStG gelten. Derartige Einkünfte werden sozusagen von der Gewerblichkeit infiziert (Infektions-/Abfärbetheorie).

Die Infektionstheorie ist nur bei Personengesellschaften und anderen Gesellschaften einschließlich der atypisch stillen Gesellschaft und der Partnerschaftsgesellschaft anwendbar. Sie kommt bei Einzelunternehmen, Erbengemeinschaften oder Gütergemeinschaften nicht zum Tragen. Diese Gemeinschaften können demzufolge unterschiedliche Einkunftsarten haben, z.B. neben einem Gewerbebetrieb noch eine isoliert zu beurteilende vermögensverwaltende Tätigkeit.