Ausgabe 17/2004
Steuertipp vom 22.04.2004

Gewerblicher Grundstückshandel: Verkauf unentgeltlich erworbener Grundstücke

Ein gewerblicher Grundstückshandel, bei dem der erzielte Gewinn nicht nur der Einkommensteuer, sondern auch der Gewerbesteuer unterliegt, liegt regelmäßig nur vor, wenn mehr als drei Objekte innerhalb von fünf Jahren nach ihrer Anschaffung oder Errichtung veräußert werden (sog. Drei-Objekt-Grenze). Die Verwaltung hat sich zu der Frage geäußert, wie hierbei Grundstücke zu berücksichtigen sind, die nach einem unentgeltlichen Erwerb (z.B. Schenkung oder Erbfolge) veräußert werden (BMF-Schreiben v. 26.3.2004 - IV A 6 - S 2240 - 46/04, STEUER-TELEX, 250). In die Prüfung des gewerblichen Grundstückshandels und damit der ?Drei-Objekt-Grenze? sind danach Grundstücke, die im Wege der vorweggenommenen Erbfolge oder durch Schenkung übertragen und vom Erwerber (Beschenkten) in einem zeitlichen Zusammenhang von fünf Jahren veräußert worden sind, mit einzubeziehen. In diesem Fall ist hinsichtlich der unentgeltlich übertragenen Grundstücke für die Frage des zeitlichen Zusammenhangs auf die Anschaffung oder Herstellung durch den Rechtsvorgänger abzustellen. Werden im zeitlichen Zusammenhang durch den Rechtsvorgänger und den Rechtsnachfolger insgesamt mehr als drei Objekte veräußert, liegen gewerbliche Einkünfte vor: