Ausgabe 10/2019
Steuertipp vom 05.03.2019

Gewinnausschüttungen aufgrund eines bei der Anteilsveräußerung vereinbarten Vorabgewinnverteilungsbeschlusses

Der BFH hat mit Urteil vom 13.03.2018 - IX R 35/16 (BFH/NV 2018, 936) entschieden, dass ein zivilrechtlich wirksamer und steuerlich anzuerkennender Gewinnverteilungsbeschluss vorliegen kann, wenn bei einer GmbH der eine Gesellschafter vom anderen dessen Geschäftsanteil mit dinglicher Wirkung zum Bilanzstichtag erwirbt und die Gesellschafter zugleich vereinbaren, dass dem ausscheidenden Gesellschafter der laufende Gewinn der Gesellschaft noch bis zum Bilanzstichtag zustehen und nach Aufstellung der nächsten Bilanz an ihn ausgeschüttet werden soll.

Das hat zur Folge, dass der im Folgejahr von der Gesellschaft an den ausgeschiedenen Gesellschafter ausgeschüttete Betrag diesem als (nachträgliche) Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG zuzurechnen ist.

Eine Berücksichtigung dieser Gewinnausschüttungen als nachträgliche Veräußerungserlöse aus der Veräußerung der GmbH-Beteiligung und eine rückwirkende Erhöhung des steuerpflichtigen Veräußerungsgewinns bzw. eine rückwirkende Verminderung des steuerpflichtigen Veräußerungsverlusts i.S.d. § 17 EStG scheidet damit beim ausgeschiedenen Gesellschafter ebenso aus wie eine nachträgliche Erhöhung des Veräußerungserlöses (Anschaffungskosten der Anteile) beim erwerbenden Gesellschafter.