Ausgabe 10/2012
Steuertipp vom 08.03.2012

Grunderwerbsteuer als Betriebsausgabe beim Wechsel im Gesellschafterbestand einer Personengesellschaft

Nach der bisherigen Verwaltungsauffassung war die Grunderwerbsteuer sowohl im Falle des Wechsels im Gesellschafterbestand einer Personengesellschaft (§ 1 Abs. 2a GrEStG) als auch bei der Anteilsvereinigung (§ 1 Abs. 3 GrEStG) nicht sofort als Betriebsausgabe abziehbar. In beiden Fällen hatte eine Aktivierung der Grunderwerbsteuer als Anschaffungsnebenkosten der Gesellschaftsanteile zu erfolgen. Diese Rechtslage hat sich geändert:

Grunderwerbsteuer im Falle der Anteilsvereinigung (§ 1 Abs. 3 GrEStG)

Mit Urteil vom 20.04.2011 - I R 2/10 (BStBl II 2011, 761) entschied der BFH, dass die durch eine Anteilsvereinigung ausgelöste Grunderwerbsteuer nicht zu den Anschaffungsnebenkosten der Anteile gehört. Daher stellt die angefallene Grunderwerbsteuer sofort abzugsfähigen Aufwand dar. Dieses Urteil wird aufgrund der Veröffentlichung im BStBl von der Verwaltung angewendet.