Ausgabe 36/2015
Steuertipp vom 01.09.2015

Grunderwerbsteuer beim Wechsel im Gesellschafterbestand

Bereits aufgrund des BFH-Urteils vom 20.04.2011 (BStBl II 2012, 761) hatte die Finanzverwaltung ihre bisherige Rechtsansicht zur ertragsteuerlichen Behandlung der durch eine Anteilsvereinigung ausgelösten Grunderwerbsteuer (§ 1 Abs. 3 GrEStG) aufgegeben und die Grunderwerbsteuer als eine sofort abziehbare Betriebsausgabe anerkannt. Dagegen sollte die durch einen Wechsel im Gesellschafterbestand einer Personengesellschaft ausgelöste Grunderwerbsteuer (§ 1 Abs. 2a GrEStG) weiterhin nicht als sofort abziehbare Betriebsausgabe behandelt, sondern als Anschaffungsnebenkosten der Grundstücksanteile aktiviert werden.

Mit Urteil vom 02.09.2014 - IX R 50/13 hat der BFH auch für den Wechsel im Gesellschafterbestand einer Personengesellschaft entschieden, dass die durch diesen Vorgang ausgelöste Grunderwerbsteuer keine Anschaffungskosten darstellt. Das Urteil, das zu einem Fall im Bereich der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung ergangen ist, wurde bereits im BStBl II 2015, 260 veröffentlicht und ist damit allgemein anzuwenden.

Die gegen das Urteil des FG Münster vom 14.02.2013 - 2 K 2838/10 G,F eingelegte Revision unter dem Az. IV R 10/13, die einen Fall des Gesellschafterwechsels im Bereich der Gewinneinkünfte betraf, wurde zwischenzeitlich für erledigt erklärt.