Ausgabe 3/2006
Steuertipp vom 19.01.2006

Grundsätze zur mittelbaren Grundstücksschenkung

Häufig wollen z.B. Eltern ihren Kindern die finanziellen Mittel zum Erwerb eines Grundstücks zur Verfügung stellen. Da aus schenkungsteuerlicher Sicht zurzeit jedenfalls eine Grundstücksschenkung immer noch günstiger ist als eine Geldschenkung, sollte darauf geachtet werden, dass die Bedingungen, die der BFH an das Vorliegen einer mittelbaren Grundstücksschenkung in diesen Fällen stellt, beachtet werden.

Insbesondere hat der BFH folgende Grundsätze aufgestellt:

  • Sagt der Schenker dem Bedachten den für den Kauf eines bestimmten Grundstücks vorgesehenen Geldbetrag vor dem Erwerb des Grundstücks zu und stellt er ihm den Betrag bis zur Tilgung der Kaufpreisschuld zur Verfügung, liegt eine begünstigte mittelbare Grundstücksschenkung auch dann vor, wenn der Bedachte bereits vor der Überlassung des Geldes Eigentümer des Grundstücks geworden war. Maßgebend ist somit, dass die verbindliche Zusage vor dem Zeitpunkt des Grundstückserwerbs erfolgt. Als Zeitpunkt des Erwerbs in diesem Sinne ist bei einem Kauf der Abschluss des Kaufvertrags anzusehen.
  • Sagt der Schenker dem Bedachten den vorgesehenen Geldbetrag jedoch erst nach Abschluss des Kaufvertrags zu, scheidet eine mittelbare Grundstücksschenkung aus.