Ausgabe 38/2015
Steuertipp vom 15.09.2015

Ist die Entfernungspauschale verfassungsgemäß?

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sind grundsätzlich gem. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG zur Abgeltung für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht, eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte bzw. erster Tätigkeitsstätte von 0,30 ? als Werbungskosten anzusetzen.

§ 9 Abs. 2 Satz 2 EStG lässt jedoch die tatsächlichen Aufwendungen für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zum Abzug als Werbungskosten zu, soweit sie den im Kalenderjahr insgesamt als Entfernungspauschale abziehbaren Betrag übersteigen. Dem Gesetzeswortlaut folgend hat das FG Nürnberg mit Urteil vom 29.07.2014 - 7 K 784/13 die mit eigenem Kfz durchgeführten Fahrten eines Steuerpflichtigen zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte nur in Höhe der Entfernungspauschale und nicht die im Einzelnen nachgewiesenen tatsächlichen Kosten als Werbungskosten anerkannt.