Ausgabe 23/2021
Steuertipp vom 09.06.2021

Kaufpreisaufteilung von bebauten Grundstücken in Gebäudeanteil sowie Grund- und Bodenanteil

Der BFH hat mit Urteil vom 21.07.2020 - IX R 26/19 entschieden, dass die bisherige Arbeitshilfe der obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder zur Kaufpreisaufteilung die von der Rechtsprechung geforderte Aufteilung nach den realen Verkehrswerten von Grund und Boden sowie Gebäuden wegen der Verengung der zur Verfügung stehenden Bewertungsverfahren auf das (vereinfachte) Sachwertverfahren und der Nichtberücksichtigung eines sog. Orts- und Regionalisierungsfaktors nicht maßgebend ist.

Das BMF stellt auf seinen Internetseiten eine modifizierte Fassung der Arbeitshilfe zur Verfügung. Wesentliche Änderungen sind:

Berücksichtigung aller Wertermittlungsverfahren nach der ImmoWertV

Methodenwahl insbesondere in Abhängigkeit von den für die Wertermittlung zur Verfügung stehenden Daten (siehe "Allgemeine Hinweise" in der Anleitung) und der Reihenfolge Vergleichs-, Ertrags- und schließlich Sachwertverfahren.

Vergleichswertverfahren

Heranziehung bei Wohnungseigentum sowie Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn vom örtlich zuständigen Gutachterausschuss für diese Grundstücks- bzw. Gebäudearten Vergleichsfaktoren vorliegen.

Ertragswertverfahren

  • Heranziehung für alle Grundstücksarten möglich, wenn tatsächlich vereinbarte und/oder übliche Mieten vorliegen;