Ausgabe 28/2014
Steuertipp vom 10.07.2014

Kindergeld für verheiratete Kinder - Bedeutung der eigenen Einkünfte und Bezüge

Ab dem Veranlagungszeitraum 2012 werden Kinder gem. § 32 Abs. 4 Nr. 2a EStG berücksichtigt, wenn sie das 18. Lebensjahr, aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet haben und in Berufsausbildung sind. Handelt es sich dabei um eine Erstausbildung, sind keine weiteren Voraussetzungen zu prüfen. Insbesondere ist die Höhe der Einkünfte und Bezüge des Kindes unerheblich.

Nach langjähriger Rechtsprechung des BFH bestand für verheiratete Kinder grundsätzlich kein Kindergeldanspruch, weil bei ihnen keine typische Unterhaltssituation vorlag. Dieses ungeschriebene Tatbestandsmerkmal hat der BFH aber schon mit Urteil vom 17.06.2010 - III R 34/09 (BStBl II 2010, 982) aufgegeben und den Unterhalt des Ehegatten nur noch als Bezüge des Kindes gewertet. Somit floss er zwar in die Grenzberechnung der Einkünfte und Bezüge ein; das "Verheiratet-sein" alleine war jedoch nicht mehr schädlich. Mit Wegfall der Berechnung der Einkünfte und Bezüge des Kindes ist aber auch dieser Aspekt weggefallen.

Wenn die übrigen Voraussetzungen für die Berücksichtigung des Kindes erfüllt sind, können Eltern seit Januar 2012 das Kindergeld somit auch dann beanspruchen, wenn ihr Kind z.B. mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist.