Ausgabe 48/2016
Steuertipp vom 29.11.2016

Körperschaftsteuerlicher Verlusterhalt bis zur Höhe der stillen Reserven

Für einen körperschaftlichen Verlusterhalt bis zur Höhe der stillen Reserven ist zunächst nach allgemeinen Grundsätzen zu prüfen, ob die Verluste grundsätzlich infolge einer Anwendung des § 8c Abs. 1 Satz 1 bis 4 KStG untergehen. Sodann erfolgt eine Prüfung der Konzernklausel (§ 8c Abs. 1 Satz 5 KStG). Die Verschonungsregelung in Höhe der stillen Reserven findet erst Anwendung, wenn die vorgenannten Regelungen zum (vollen oder teilweisen) Untergang der steuerlichen Verluste führen.

Dabei werden zunächst die stillen Reserven der Verlustkörperschaft nach dem ausdrücklichen Wortlaut des § 8c Abs. 1 Satz 7 KStG durch Gegenüberstellung des steuerbilanziellen Eigenkapitals der Körperschaft und des gemeinen Werts der Anteile an der Verlustkörperschaft ermittelt. Für die Ermittlung ist auf den Zeitpunkt der schädlichen Anteilsübertragung abzustellen. Wird die maßgebliche Beteiligungsquote von 25 % oder 50 % durch mehrere Schritte erreicht, ist auf den Zeitpunkt des erstmaligen Überschreitens der steuerschädlichen Beteiligungsschwelle abzustellen. Der gemeine Wert der Anteile wird in den Fällen des entgeltlichen Erwerbs der Anteile im Regelfall dem gezahlten Kaufpreis entsprechen.