Ausgabe 19/2015
Steuertipp vom 07.05.2015

Maßnahmen bei Bereitstellung unzutreffender ELStAM an den Arbeitgeber

Vermehrt stellt sich die Frage, wie in den Fällen der Lohnsteuerabzug durchzuführen ist, in denen die Finanzverwaltung dem Arbeitgeber unzutreffende elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) bereitstellt. Es kann z.B. vorkommen, dass ohne Änderung der persönlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers und ohne sein Zutun dem Arbeitgeber unzutreffende ELStAM bereitgestellt werden, die zu einem zu hohen Lohnsteuerabzug führen. Zwei Fälle sind in diesem Zusammenhang insbesondere zu nennen: 1. entfällt aufgrund einer unvollständigen Datenlieferung der Gemeinden die Ehegattenverknüpfung und die Finanzverwaltung teilt dem Arbeitgeber eine fehlerhafte Steuerklasse mit und 2. durch einen Fehler eines weiteren Arbeitgebers (Anmeldung als erster Arbeitgeber) wird dem Arbeitgeber des ersten Dienstverhältnisses zu Unrecht die Steuerklasse VI mitgeteilt.

Kann eine kurzfristige Korrektur des Fehlers durch die Finanzverwaltung nicht erfolgen, bietet die entsprechende Anwendung der Regelung in § 39 c Abs. 1 Satz 2 eine Möglichkeit, vorübergehend den zutreffenden Lohnsteuerabzug vorzunehmen. Nach dem Grundgedanken dieser Regelung kann der Arbeitgeber bei von ihm und dem Arbeitnehmer nicht zu vertretenen Fehlern für die Lohnsteuerberechnung die voraussichtlichen Lohnsteuerabzugsmerkmale i.S.d. § längstens für die Dauer von drei Kalendermonaten zugrunde legen (§ Abs. Satz 2 ).