Ausgabe 21/2015
Steuertipp vom 21.05.2015

Nach Einkommensteuerfestsetzung bekanntgewordene Kapitalerträge

Werden dem Finanzamt nach formell und materiell bestandskräftig durchgeführter Einkommensteuerfestsetzung dem Steuerabzug (Kapitalertragsteuer) unterworfene, vom Steuerpflichtigen bisher nicht erklärte Kapitalerträge bekannt, gelten folgende Verfahrensgrundsätze:

Veranlagungswahlrecht

Dem Steuerpflichtigen steht für Kapitaleinkünfte, die der Kapitalertragsteuer unterlegen haben, ein Wahlrecht zu, diese im Rahmen seiner Veranlagung geltend zu machen, um die gesetzlich geregelten Tatbestände, die beim Kapitalertragsteuerabzug nicht berücksichtigt werden können, wie z.B. ein Verlustvortrag nach § 20 Abs. 6 EStG, steuermindernd geltend zu machen. Ebenso besteht für den Steuerpflichtigen die Möglichkeit, den Steuereinbehalt des Kreditinstituts dem Grund und der Höhe nach überprüfen zu lassen.

Ein nach § 32d Abs. 4 vor Eintritt der Bestandskraft des Einkommensteuerbescheids gestellter Antrag ist nicht ausreichend, um eine Berücksichtigung weiterer, nachträglich bekanntgewordener Kapitalerträge zu erreichen. § Abs. wirkt punktuell, d.h., der Antrag kann für jeden einzelnen Kapitalertrag gestellt werden. Werden die Kapitalerträge jedoch erst nach Unanfechtbarkeit des Einkommensteuerbescheids bekannt, kann für diese kein solcher Antrag mehr gestellt werden. Ein eventuell für andere Kapitalerträge gestellter Antrag nach § Abs. ist hierfür ohne Belang.