Ausgabe 27/2015
Steuertipp vom 02.07.2015

Rückgängigmachung eines Investitionsabzugsbetrags

Ein Investitionsabzugsbetrag ist gem. § 7g Abs. 4 Satz 1 EStG rückgängig zu machen, wenn das begünstigte Wirtschaftsgut nicht bis zum Ende des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung folgenden Wirtschaftsjahrs ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt wird (sog. zweijähriger Nutzungszeitraum). Eine fast ausschließliche betriebliche Nutzung ist anzunehmen, wenn das Wirtschaftsgut zu mindestens 90 % betrieblich genutzt wird (Rdnr. 58 des BMF-Schreibens v. 20.11.2013, BStBl I 2013, 1493).

Fraglich ist, ob bei der Bestimmung des betrieblichen Nutzungsumfangs für Zwecke des § 7g Abs. 4 Satz 1 EStG eine Gesamtbetrachtung des zweijährigen Nutzungszeitraums oder eine wirtschaftsgutbezogene Einzelbetrachtung vorzunehmen ist. Zur Veranschaulichung des Rechtsproblems dient folgendes Beispiel:

Ein PKW, für den ein Investitionsabzugsbetrag beansprucht worden ist, wurde im Jahr der Anschaffung zu 15 % privat genutzt. Im nachfolgenden Wirtschaftsjahr betrug der private Nutzungsanteil weniger als 10 %. Bezogen auf die Gesamtfahrleistung des PKW in beiden Jahren ergibt sich ebenfalls ein privater Nutzungsanteil von weniger als 10 %.