Ausgabe 24/2014
Steuertipp vom 12.06.2014

Sanierungsgewinn bei Forderungsverzicht durch GmbH-Gesellschafter

Das BMF-Schreiben vom 27.03.2003 - IV A 6 - S 2140 - 8/03 (BStBl I 2003, 240, sog. Sanierungserlass) erläutert die ertragsteuerliche Behandlung von Sanierungsgewinnen.

Bei einem Darlehensverzicht durch einen Gesellschafter liegt ein begünstigter Sanierungsgewinn nur dann vor, wenn der Verzicht eigenbetrieblich - und nicht gesellschaftsrechtlich - veranlasst ist und wenn neben dem Gesellschafter auch unbeteiligte Dritte Darlehensverzichte aussprechen oder anderweitige Sanierungsbeiträge leisten.

Der Buchgewinn aus einem Verzicht auf ein Gesellschafterdarlehen kann danach - unabhängig von der Art des Gesellschafterdarlehens - ein begünstigter Sanierungsgewinn sein, wenn der Gesellschafter im Rahmen eines Gläubigerakkords auf sein Gesellschafterdarlehen verzichtet. In diesem Fall verhält sich der Gesellschafter wie ein fremder Dritter und sein Verzicht ist damit betrieblich veranlasst.

Für die Frage der Anwendung des Sanierungserlasses ist eine Aufteilung des Darlehensverzichts eines Gesellschafters in einen gesellschaftsrechtlich (für den werthaltigen Teil der Forderung) und einen eigenbetrieblich (für den nicht werthaltigen Teil der Forderung) veranlassten Teil jedoch nicht möglich. Vielmehr ist der Verzicht als Ganzes zu sehen und deshalb nur einheitlich als betrieblich oder gesellschaftsrechtlich veranlasst zu beurteilen.