Ausgabe 9/2012
Steuertipp vom 01.03.2012

Schädlichkeit einer Erwerbstätigkeit bei volljährigen Kindern in Berufsausbildung

Ab dem 01.01.2012 werden Kinder, die eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen haben und einen Grundtatbestand des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG erfüllen, nach § 32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG nur berücksichtigt, wenn sie keiner schädlichen Erwerbstätigkeit nachgehen. Unschädlich ist eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis i.S.d. §§ 8 und 8a SGB IV.

Das Beispiel in Abschn. 3 des BMF-Schreibens vom 07.12.2011 - IV C 4 - S 2282/07/0001-01 (BStBl I 2011, 1318) regelt, dass eine Ausweitung der Beschäftigung auf über 20 Wochenstunden unbeachtlich ist, wenn sie

  • vorübergehend ist, d.h. nicht mehr als zwei Monate andauert, und
  • die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt.

Ergänzend dazu ist Folgendes zu beachten:

Führt eine vorübergehende (höchstens zwei Monate andauernde) Ausweitung der Beschäftigung auf über 20 Wochenstunden dazu, dass die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt, ist der Zeitraum der Ausweitung schädlich, nicht jedoch der gesamte Zeitraum der Erwerbstätigkeit (vgl. BZSt v. 20.12.2011 - 2012/39210, BStBl I 2012, ).