Ausgabe 42/2008
Steuertipp vom 16.10.2008

Schuldzinsenabzug nach § 4 Abs. 4a EStG bei Mitunternehmerschaften

Für Personengesellschaften war umstritten, ob die Überentnahmen nach § 4 Abs. 4a EStG durch Saldierung der Entnahmen und Einlagen aller Gesellschaften zu ermitteln sind oder ob für jeden Gesellschafter individuell Überentnahmen festgestellt werden müssen. Bei einer Saldierung würde ein Gesellschafter, der zu viel entnimmt, von anderen Gesellschaftern mit zurückhaltenden Entnahmen profitieren.

Der BFH hat sich mit Urteil vom 29.03.2007 abweichend von der Verwaltungsauffassung im BMF-Schreiben vom 17.11.2005 für eine gesellschafterbezogene Berechnung entschieden, aber zugleich den vom Gesetz vorgesehenen Mindestabzug von heute 2.050 ? nicht jedem Gesellschafter, sondern der Gesellschaft insgesamt für alle Gesellschafter nur einmal gewährt (BFH, Urt. v. 29.03.2007 - IV R 72/02, BStBl II 2008, 420, STX 35/2007, 530; BMF-Schreiben v. 17.11.2005 - IV B 2 - S 2144 - 50/05, BStBl I 2005, 1029).

Die Verwaltung hat sich der Auffassung des BFH angeschlossen und ihr Anwendungsschreiben zu § 4 Abs. 4a EStG entsprechend angepasst: