Ausgabe 27/2007
Steuertipp vom 05.07.2007

Spekulationsgewinn bei Entnahmen aus dem Betriebsvermögen vor dem 01.01.1999

Gewinne aus privaten Grundstücksveräußerungsgeschäften sind einkommensteuerpflichtig, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Ab 1999 gilt auch die Überführung eines Grundstücks aus dem Betriebsvermögen in das Privatvermögen durch Entnahme als Anschaffung. Folge: Wird das Grundstück innerhalb von zehn Jahren nach der Entnahme veräußert, liegt ebenfalls ein steuerpflichtiges Spekulationsgeschäft vor. Die Verwaltung wollte ein Spekulationsgeschäft auch dann annehmen, wenn das Grundstück vor dem 01.01.1999 entnommen worden ist.

Beispiel: Ein Unternehmer entnimmt 1998 seinem Betriebsvermögen ein in 1994 angeschafftes Grundstück und veräußert es in 2006.

Die Verwaltung wollte den hierbei entstehenden Gewinn versteuern, weil zwischen der Entnahme und der Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre liegen. Diesem Ansinnen ist erfreulicherweise der BFH entgegengetreten. Nach seiner Ansicht können Entnahmen vor dem 01.01.1999 nicht wie eine Anschaffung behandelt werden. Da im Beispielsfall zwischen der tatsächlichen Anschaffung (1994) und der Veräußerung in 2006 mehr als zehn Jahre liegen, muss der Veräußerer den Gewinn aus dem Verkauf nicht versteuern.