Ausgabe 49/2013
Steuertipp vom 05.12.2013

Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen bei Dichtheitsprüfung von Abwasseranlagen

In mehreren Landeswassergesetzen ist die Verpflichtung der Hauseigentümer enthalten, Abwasseranlagen auf ihre Dichtheit überprüfen zu lassen. Bei vermieteten Objekten sind diese Kosten als Betriebsausgaben abziehbar. Bei eigengenutzten Objekten stellt sich die Frage, ob für diese Leistungen die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG in Anspruch genommen werden kann. Die Verwaltung hat dies bislang abgelehnt, weil diese Leistungen mit einer Gutachtertätigkeit vergleichbar sind.

Mit Urteil vom 18.10.2012 - 14 K 2159/12 hat das FG Köln dagegen die Dichtheitsprüfung einer Abwasseranlage als steuerlich geförderte Handwerkerleistung angesehen. Die Richter haben dies damit begründet, dass es sich bei der Dichtheitsprüfung um eine konkrete Grundlage für die Sanierung der Rohrleitung und damit um einen Teil der Aufwendungen für deren Instandsetzung handle. Unerheblich sei, ob die Abwasserleitung saniert werden müsse oder nicht. Der Umstand, dass sich eine Reparatur nicht als notwendig erweise, könne den eigentlichen Charakter der Aufwendungen nicht verändern. Folglich sei die Dichtheitsprüfung als steuerbegünstigte Handwerkerleistung nach § 35a Abs. 3 EStG zu beurteilen.

Das Finanzamt hat inzwischen Revision eingelegt (Az. beim BFH: VI R 1/13).