Ausgabe 46/2019
Steuertipp vom 13.11.2019

Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen bei Neubaumaßnahmen

Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind nicht begünstigt. Als Neubaumaßnahme gelten alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Errichtung eines Haushalts bis zu dessen Fertigstellung anfallen. Aus H 7.4 "Fertigstellung" EStH ergibt sich, dass die Fertigstellung eines Gebäudes erreicht ist, sobald das Gebäude seiner Zweckbestimmung entsprechend genutzt werden kann. Voraussetzung ist demnach, dass die wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen sind und der Bau so weit errichtet ist, dass der Bezug der Wohnungen zumutbar ist. Das ist dann nicht der Fall, wenn Türen, Böden und der Innenputz fehlen. Kann nach diesen Grundsätzen ein Haushalt geführt werden und ist der Einzug auch tatsächlich erfolgt, können die Arbeitskosten für Handwerkerleistungen, die nach Bezug des Hauses durchgeführt worden sind (z.B. Außenputz, erstmalige Anlage eines Gartens, Errichtung eines Carports), nach § 35a Abs. 3 EStG geltend gemacht werden. Die sachliche Begrenzung der begünstigten Maßnahme ist daher aus dem Tatbestandsmerkmal "im Haushalt" zu bestimmen, d.h. im räumlichen Bereich eines vorhandenen Haushalts (einschließlich Grund und Boden und Außenanlagen), in dem bereits gewirtschaftet wird.