Ausgabe 25/2012
Steuertipp vom 21.06.2012

Steuerermäßigung nach § 35 EStG : Vorsicht bei Organschaftsfällen

Mit einem Urteil vom 22.09.2011 - IV R 3/10 hat der BFH entschieden, dass der "Durchleitung" anteiliger Gewerbesteuermessbeträge durch eine Kapitalgesellschaft die Abschirmung der Vermögenssphäre der Kapitalgesellschaft gegenüber ihren Anteilseignern entgegensteht. § 35 Abs. 2 Satz 5 EStG ist auch bei Vorliegen einer Organschaft nicht entsprechend auf anteilige Gewerbesteuermessbeträge anzuwenden, die aus einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (Organgesellschaft) stammen. Das Urteil ist im BStBl II 2012, 14 veröffentlicht und wird damit von der Verwaltung uneingeschränkt angewendet.

An einer KG (KG 1) ist u.a. eine GmbH als Kommanditistin beteiligt. Die GmbH ist ihrerseits eine Tochtergesellschaft einer weiteren KG (KG 2). Zwischen der KG 2 und der GmbH besteht ein Organschaftsverhältnis.

Im Feststellungsverfahren gem. § 35 Abs. 2 bis 4 EStG bei der KG 1 ist nach Maßgabe des allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssels auch ein Anteil der GmbH am Gewerbesteuermessbetrag und der tatsächlich zu zahlenden Gewerbesteuer festzustellen.