Ausgabe 26/2017
Steuertipp vom 27.06.2017

Steuerfreier Auslagenersatz bei Führungszeugnissen

Bei der lohnsteuerlichen Beurteilung der Erstattung von Kosten für ein (erweitertes) Führungszeugnis durch den Arbeitgeber gelten folgende Grundsätze:

Die Kosten für ein (erweitertes) Führungszeugnis als Teil von Bewerbungsunterlagen sowie für die regelmäßige Vorlage aktueller Führungszeugnisse beim Arbeitgeber sind dem Grunde nach Werbungskosten. Die Steuerfreiheit für durchlaufende Gelder und Auslagenersatz gem. § 3 Nr. 50 EStG ist in diesen Fällen grundsätzlich nicht gegeben, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Kosten ersetzt. Bei der Aufnahme einer Beschäftigung erfolgt die Übernahme der Kosten durch den Arbeitgeber nicht ausschließlich im betrieblichen Interesse, da der Arbeitnehmer selbst ein nicht unerhebliches Interesse hieran hat.

Auch die Kosten für die regelmäßige Vorlage im laufenden Arbeitsverhältnis sind nicht ausschließlich dem betrieblichen Interesse des Arbeitgebers zuzuordnen. Das nicht unerhebliche Interesse des Arbeitnehmers, die Unbedenklichkeit seines Einsatzes zu belegen, ist hier gegeben. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber individuell arbeitsvertraglich zur Übernahme der Kosten verpflichtet ist. In diesen Fällen ist von steuerpflichtigem Werbungskostenersatz auszugehen.