Ausgabe 34/2009
Steuertipp vom 20.08.2009

Steuerfreies Kurzarbeitergeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt

Durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld können in der derzeitigen Krise viele Arbeitsverhältnisse erhalten bleiben. Die Bezugsdauer wurde für die noch in diesem Jahr beantragten Fälle auf zwei Jahre erweitert. Weil das Kurzarbeitergeld dem Prozessionsvorbehalt unterliegt, droht bei der späteren Steuererklärung eine Nachzahlung. Nach § 32 b EStG wird das Kurzarbeitergeld zwar nicht versteuert, aber in die Ermittlung des anzuwendenden Steuersatzes miteinbezogen.

Beispiel (vereinfacht):

Ein Arbeitnehmer bezieht 40.000 ? Lohn im Jahr. Bei Steuerklasse 3 und zwei Kindern beträgt der Steuersatz ungefähr 10 %. Zusätzlich erhält er 10.000 ? Kurzarbeitergeld im Kalenderjahr. Der anzuwendende Steuersatz ergibt sich jetzt wegen des Progressionsvorbehalts aus der Summe von Lohn und Kurzarbeitergeld und beträgt daher bei 50.000 ? 13,5 %. Dieser höhere Steuersatz wird jetzt auf die 40.000 ? Lohn angewandt und führt zu einer Steuerbelastung von 5.400 ?. Im Vergleich zum normalen Steuersatz muss der Betroffene 1.400 ? mehr Steuern zahlen. Bei einem Alleinstehenden würde die Steuernachzahlung noch deutlich höher ausfallen.