Ausgabe 25/2017
Steuertipp vom 20.06.2017

Steuerliche Behandlung des Auseinandersetzungsguthabens eines stillen Gesellschafters

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen aufgrund einer Beteiligung an einem Handelsgewerbe als stiller Gesellschafter gehört der dem stillen Gesellschafter zugewiesene Gewinn oder der unter Berücksichtigung der §§ 15a, 15b EStG zuzurechnende Verlust. Wird dem stillen Gesellschafter im Rahmen der Auseinandersetzung sein Guthaben zugewiesen, werden bei der Ermittlung des Gewinns i.S.d. § 20 Abs. 4 EStG die als laufende Einkünfte berücksichtigten Gewinn- oder Verlustanteile, die das Auseinandersetzungsguthaben erhöht oder gemindert haben, vom Gewinn abgerechnet oder dem Gewinn hinzugerechnet.

A beteiligt sich im Jahr 09 als typisch stiller Gesellschafter an dem Einzelunternehmen des B mit einer Einlage von 100.000 ?. Auf den stillen Gesellschafter entfallen in den Jahren 10 und 11 jeweils Verluste in Höhe von 10.000 ?. Die Verluste werden jeweils von der Einlage des stillen Gesellschafters abgebucht. Im Jahr12 erhält er sein Auseinandersetzungsguthaben in Höhe von 80.000 ?.

Lösung:

Die laufenden Verlustanteile können unabhängig davon, ob der stille Gesellschafter eine nahestehende Person i.S.d. § 32d Abs. 2 Nr. 1 EStG ist, als Verlust i.S.d.s § 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG berücksichtigt werden.