Ausgabe 43/2011
Steuertipp vom 27.10.2011

Steuerliche Belastung beim Erwerb eines Körperschaftsteuerguthabens beachten!

Durch das SEStEG wurde die frühere ausschüttungsabhängige Realisierung von Körperschaftsteuerguthaben bei Kapitalgesellschaften bekanntlich durch eine ausschüttungsunabhängige, ratierliche Auszahlung über zehn Jahre ersetzt. Bei der Kapitalgesellschaft wurde hierzu das vorhandene Körperschaftsteuerguthaben zum 31.12.2006 ermittelt und ab dem 30.09.2008 in zehn gleichen Jahresbeträgen an die Gesellschaft ausgezahlt (§ 37 Abs. 4 ff. KStG). Der Anspruch wird zunächst für den gesamten Auszahlungszeitraum festgesetzt. Die Jahresbeträge werden dann jeweils am 30.09. erstattet (§ 37 Abs. 5 KStG).

Gemäß § 37 Abs. 5 Satz 10 KStG i.V.m. § 46 Abs. 4 AO kann dieser Anspruch auf Auszahlung des Körperschaftsteuerguthabens zulässigerweise an einen Dritten veräußert bzw. abgetreten werden.

Nach § 37 Abs. 5 Satz 7 KStG ist der Anspruch nicht verzinslich, so dass die anspruchsberechtigte Kapitalgesellschaft das Körperschaftsteuerguthaben nicht mit seinem Nennwert, sondern mit dem Barwert zu aktivieren hat. Das Entgelt für den Erwerb des Auszahlungsanspruchs wird sich ebenso an der Höhe des Barwerts orientieren.