Ausgabe 3/2012
Steuertipp vom 19.01.2012

Steuerliche Berücksichtigung von volljährigen Kindern in Berufsausbildung

Die bisherige Einkünfte- und Bezügegrenze in § 32 Abs. 4 Satz 2 bis 10 EStG ist ab 2012 bekanntlich weggefallen.

Ab dem 01.01.2012 werden Kinder, die eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen haben und einen Grundtatbestand des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG erfüllen, nach § 32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG nur berücksichtigt, wenn sie keiner schädlichen Erwerbstätigkeit nachgehen. Unschädlich ist eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis i.S.d. §§ 8 und 8a des SGB IV.

Zu beachten ist, dass ungeachtet der Änderungen durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 (BGBl I 2011, 2131) die Tatbestandsvoraussetzungen des § 32 Abs. 4 Satz 1 EStG unverändert bleiben.

Die Tatbestände "für einen Beruf ausgebildet werden" nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG und "Berufsausbildung" nach § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG sind zu unterscheiden. Die zusätzlichen Tatbestandsvoraussetzungen des § 32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG sind lediglich nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung (oder eines Erststudiums) zu prüfen.