Ausgabe 11/2010
Steuertipp vom 18.03.2010

Stückzinsen und Abgeltungsteuer

Werden Wertpapiere im Laufe eines Zinszahlungszeitraums mit dem laufenden Zinsschein veräußert, hat der Erwerber dem Veräußerer i.d.R. den Zinsbetrag zu vergüten, der auf die Zeit seit dem Beginn des laufenden Zinszahlungszeitraums bis zur Veräußerung entfällt. Diese Zinsen heißen Stückzinsen. Sie werden zumeist besonders berechnet und vergütet.

Der Veräußerer hat die besonders in Rechnung gestellten und vereinnahmten Stückzinsen als Einkünfte aus Kapitalvermögen i.S.d. § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG zu versteuern. Dies gilt auch bei Wertpapieren, die vor dem 01.01.2009 angeschafft wurden. Soweit sie im Jahr 2009 keinem Kapitalertragsteuerabzug gem. § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG unterlegen haben, wird dies von der Verwaltung akzeptiert. In diesen Fällen besteht jedoch eine Veranlagungspflicht nach § 32d Abs. 3 EStG.

Beispiel 1: A erwirbt zum 01.12.2007 eine Anleihe mit einem Stückzinsausweis zu einem Kurs von 99 ? (100 % Kapi-
talgarantie, 5 % laufender Coupon, keine Finanzinnovation). Nächster Zinszahlungstermin ist der 31.12.2009. A veräußert die Anleihe am 15.12.2009 und weist Stückzinsen zu einem Kurs von 101 ? aus.