Ausgabe 33/2021
Steuertipp vom 18.08.2021

Übertragung von Kinderfreibeträgen

Das BMF-Schreiben vom 28.06.2013 sieht unter Tz. 5 vor, dass eine Übertragung des Kinderfreibetrags stets auch zur Übertragung des Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf führt. Entgegen der Verwaltungsauffassung hatte der BFH in den Revisionsverfahren III R 25/19 und III R 61/18 mit Urteilen vom 22.04.2020 entschieden, dass bei einem über 18 Jahre alten Kind die Übertragung des Freibetrags für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf (BEA) nach dem eindeutigen Wortlaut des § 32 Abs. 6 Satz 8 EStG nicht vorgesehen ist.

In diesem Zusammenhang führt der BFH ebenfalls aus, dass eine automatische Mitübertragung des Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA) i.S.d. § 32 Abs. 6 Satz 8 EStG bei volljährigen Kindern, im Gegensatz zu minderjährigen Kindern, automatisch mit der Übertragung des Kinderfreibetrags gem. § 32 Abs. 6 Satz 6 EStG nach dem Wortlaut des Gesetzes nicht möglich ist. Dies gehe bereits aus den unterschiedlichen Übertragungsvoraussetzungen des § 32 Abs. 6 Satz 6 EStG für den Kinderfreibetrag und des § 32 Abs. 6 Satz 8 EStG für den sog. BEA hervor. Der BEA sei ausschließlich bei minderjährigen Kindern übertragbar.