Ausgabe 34/2015
Steuertipp vom 18.08.2015

Umsatzsteuer-Vorauszahlungen als wiederkehrende Ausgaben

Zu den regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben i.S.d. § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG gehören nach dem BFH-Urteil vom 01.08.2007 (BStBl II 2008, 282) auch die Umsatzsteuer-Vorauszahlungen. Die kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres (= Zeitraum bis zu zehn Tagen) fällige und abgeflossene Umsatzsteuer-Vorauszahlung - Dezember / IV. Quartal - ist daher im Kalenderjahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit als Betriebsausgabe/Werbungskosten in Abzug zu bringen. Zu beachten ist, dass Unternehmern ein Betriebsausgabenabzug ihrer Umsatzsteuer-Vorauszahlungen wegen falscher Anwendung der Abflussregelungen komplett verloren gehen kann. Es sollten deshalb folgende Besonderheiten beachtet werden:

1. Fälligkeit und Zahlung innerhalb kurzer Zeit

Als kurze Zeit i.S.d. § 11 EStG ist ein Zeitraum von bis zu zehn Tagen anzusehen. Innerhalb dieses Zeitraums müssen die Zahlungen fällig und geleistet worden sein (H 11 "Allgemeines" EStH 2014); beide Voraussetzungen (Fälligkeit und Abfluss) müssen kumulativ vorliegen.

In folgenden Fällen findet § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG daher keine Anwendung, weil nur die Zahlung innerhalb kurzer Zeit nach Ende des Kalenderjahrs erfolgt ist, der Fälligkeitszeitpunkt aber außerhalb des Zeitraums liegt:

Umsatzsteuer Dezember 2014, Fälligkeit 10.02.2015, Zahlung 07.01.2015; Umsatzsteuer III. Quartal 2014, Fälligkeit 10.11.2014, Zahlung 07.01.2015.