Ausgabe 51/2017
Steuertipp vom 19.12.2017

Veräußerung der Studentenwohnung eines Kindes als Veräußerungsgeschäft i.S.d. § 23 EStG

Von der Besteuerung nach § 23 EStG sind Grundstücksveräußerungen ausgenommen, wenn das Grundstück im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG).

Die Voraussetzung der Nutzung des Grundstücks zu eigenen Wohnzwecken ist erfüllt, wenn der Steuerpflichtige das Grundstück allein, mit seinen Familienangehörigen oder gemeinsam mit Dritten bewohnt. Unschädlich ist, wenn der Steuerpflichtige Teile des Wirtschaftsguts einem Dritten unentgeltlich zu Wohnzwecken überlassen hat (BMF-Schreiben v. 05.10.2000 - IV C 3 - S 2256 - 263/00, BStBl I 2000, 1383, Rdnr. 22).

Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken liegt gem. Rdnr. 23 des vorgenannten BMF-Schreibens auch vor, wenn der Steuerpflichtige das Wirtschaftsgut einem Kind, für das er Anspruch auf Kindergeld oder einen Freibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG hat, unentgeltlich zu Wohnzwecken überlassen hat. Die unentgeltliche Überlassung an andere - auch unterhaltsberechtigte - Angehörige stellt dagegen keine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken i.S.d. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG dar.