Ausgabe 38/2012
Steuertipp vom 20.09.2012

Verlustabzug nach § 8c KStG bei unterjährigem Beteiligungserwerb

Gemäß Tz. 31 des BMF-Schreibens vom 04.07.2008 - IV C 7 - S 2745-a/08/10001 (BStBl I 2008, 736) beschränkt § 8c Abs. 1 Satz 1 und 2 KStG ebenfalls den Verlustabzug für nicht genutzte Verluste, die bis zu einem unterjährigen schädlichen Beteiligungserwerb entstanden sind. Gewinne, die bis zum Zeitpunkt des schädlichen Beteiligungserwerbs erzielt werden, sind dabei nicht mit noch nicht ausgeglichenen Verlusten zu verrechnen.

Der BFH hat sich dieser Verwaltungsauffassung mit Urteil vom 30.11.2011 (BStBl II 2012, 360) nicht angeschlossen und die Verrechnung eines im laufenden Wirtschaftsjahr erzielten Gewinns mit noch nicht genutzten Verlusten der Vorjahre zugelassen. Das BFH-Urteil wurde ohne Nichtanwendungserlass im BStBl veröffentlicht, so dass in den mit dem Urteilsfall vergleichbaren Fällen die Tz. 31 des o.g. BMF-Schreibens nicht mehr zur Anwendung kommt.

Vergleichbar mit dem der BFH-Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt sind die Fälle, in denen ein nach § 8c Abs. 1 Satz 1 oder 2 KStG vollständig bzw. teilweise zu kürzender Verlustvortrag des Vorjahrs und ein bis zum schädlichen Anteilserwerb erzielter Gewinn vorhanden sind.

Beispiel: Der Alleingesellschafter A der A-GmbH verkauft mit Wirkung zum 01.06.2011 einen Geschäftsanteil von 40 % des Nennkapitals an den Erwerber B.