Ausgabe 14/2011
Steuertipp vom 07.04.2011

Verluste aus einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft

Mit Urteil vom 25.06.2009 - IX R 42/08 (BStBl II 2010, 220) und Beschluss vom 18.03.2010 - IX B 227/09 (BStBl II 2010, 627) hat der BFH entgegen der früheren Verwaltungsauffassung entschieden, dass der Abzug von Erwerbsaufwand (z.B. Betriebsvermögensminderungen, Anschaffungs- und Veräußerungskosten) im Zusammenhang mit Einkünften aus der Veräußerung oder Auflösung einer Beteiligung nach § 17 Abs. 1 und 4 EStG jedenfalls dann nicht nach § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG begrenzt ist, wenn der Steuerpflichtige keinerlei durch seine Beteiligung vermittelte Einnahmen erzielt hat.

Den hierzu ergangenen Nichtanwendungserlass hat die Verwaltung wieder aufgehoben. Die Grundsätze der o.g. BFH-Rechtsprechung sind daher bis Veranlagungszeitraum (VZ) 2010 in allen vergleichbaren Fällen anzuwenden. Durch das Jahressteuergesetz 2010 wurde mit Wirkung ab VZ 2011 in § 3c Abs. 2 EStG ein neuer Satz 2 eingefügt, wonach die Absicht zur Erzielung von Betriebsvermögensmehrungen oder Einnahmen i.S.d. § 3 Nr. 40 EStG für die Anwendung des Teileinkünfteverfahrens ausreichend ist. Die BFH-Rechtsprechung ist daher ab VZ 2011 nicht mehr anwendbar.

Bei der Erstellung der Steuererklärungen bis einschließlich 2010 ist Folgendes zu beachten: