Ausgabe 34/2019
Steuertipp vom 21.08.2019

Vermietung eines Arbeitszimmers oder einer als Homeoffice genutzten Wohnung

Der BFH hat mit Urteil vom 17.04.2018 (IX R 9/17) entschieden, dass ein Steuerpflichtiger, der seine Einliegerwohnung als Homeoffice an seinen Arbeitgeber für dessen betriebliche Zwecke vermietet, Werbungskosten nur geltend machen kann, wenn die erforderliche Überschusserzielungsabsicht belegt wird. Die typisierende Vermutung der Überschusserzielungsabsicht gilt nur für die Vermietung von Wohnungen, nicht für die Vermietung von Gewerbeimmobilien.

Gewerbeimmobilien sind - in Abgrenzung zu einer Wohnung - alle Immobilien, die nicht Wohnzwecken dienen. Zu diesen Immobilien ist nach Auffassung des BFH auch die Vermietung von Räumlichkeiten des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber zur Nutzung als Homeoffice zu dessen betrieblichen Zwecken zu zählen. Die Verwaltung hat sich der Auffassung des BMF angeschlossen.

Bei der Vermietung von Wohnraum eines Arbeitszimmers oder einer als Homeoffice genutzten Wohnung an den Arbeitgeber zu dessen betrieblichen Zwecken ist somit die Einkünfteerzielungsabsicht durch eine objektbezogene Überschussprognose zu überprüfen, soweit die Leistungen des Arbeitgebers § 21 EStG zuzuordnen sind.