Ausgabe 41/2009
Steuertipp vom 08.10.2009

Verrechnung von bisher festgestellten Verlusten nach der Änderung des § 2a EStG

Aufgrund einer Änderung durch das JStG 2009 sind die Verlustausgleichsbeschränkungen des § 2a Abs. 1 und 2 EStG nunmehr nur noch auf negative Einkünfte aus Drittstaaten anzuwenden. Als Drittstaaten im Sinne dieser Vorschrift gelten alle Staaten, die nicht Mitgliedstaaten der EU sind, mit Ausnahme von Island und Norwegen. Zu den Drittstaaten gehören auch diejenigen EU-Staaten, die in den jeweiligen Veranlagungszeiträumen (VZ) noch nicht der EU beigetreten sind.

Fraglich ist, wie solche Verluste ab 2009 steuerlich zu behandeln sind, die bisher für EU-Staaten festgestellt worden sind. Auf die bislang bestandskräftig gesondert festgestellten noch nicht verrechneten Verluste findet § 2a Abs. 1 Satz 3 bis 5 EStG a.F. weiterhin Anwendung. Liegt ein solcher Fall vor, kommt es daher unter den Voraussetzungen des § 2a Abs. 1 Satz 3 bis 5 EStG erst im Zeitpunkt der Erzielung von positiven Einkünften der jeweils selben Art und aus demselben Staat zu einem entsprechenden Verlustausgleich.

Beispiel 1: In der bestandskräftigen Einkommensteuerveranlagung für den VZ 2006 wurden bei dem Steuerpflichtigen A negative Einkünfte aus der Vermietung einer Eigentumswohnung in Dänemark i.H.v. 2.000 ? nicht berücksichtigt und - für Zwecke des Progressionsvorbehalts - nach § 2a Abs. 1 EStG gesondert festgestellt.