Ausgabe 4/2010
Steuertipp vom 28.01.2010

Verzicht eines Gesellschafter-Geschäftsführers auf eine Pensionsanwartschaft

Verzichtet ein Gesellschafter-Geschäftsführer auf seine Pensionsanwartschaft, ist die Pensionsrückstellung in der Steuerbilanz erfolgswirksam aufzulösen. Der Verzicht auf die Pensionszusage ist regelmäßig durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst, weil ein Nichtgesellschafter der Gesellschaft diesen Vermögensvorteil (entschädigungsloser Wegfall einer Pensionsverpflichtung) nicht eingeräumt hätte. Daher liegt eine verdeckte Einlage des Gesellschafters in seine GmbH vor. Dies bewirkt, dass der steuerliche Gewinn der GmbH entsprechend gekürzt wird, so dass sich bei der GmbH eine steuerliche Belastung nur dann ergibt, wenn die Werte der passivierten Pensionsverpflichtung und des Pensionsanspruchs im Zeitpunkt des Verzichts nicht identisch sind.

Beim Gesellschafter liegt in Höhe der verdeckten Einlage ein Zufluss von lohnsteuerpflichtigem Arbeitslohn vor. Gleichzeitig erhöhen sich seine Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung, was sich allerdings erst bei einem Verkauf der Beteiligung oder einer Liquidation der GmbH steuermindernd auswirkt.

Beispiel: Gemäß den Bestimmungen der Pensionszusage vom 16.01.1990 wurden dem Gesellschafter-Geschäftsführer folgende Versorgungsanwartschaften eingeräumt:
monatliche Altersrente: 6.300 ?
monatliche Berufsunfähigkeitsrente: 6.300 ?