Ausgabe 30/2008
Steuertipp vom 24.07.2008

Vorsicht ist geboten: Doppelte gewerbesteuerliche Belastung bei Betriebsaufspaltung

Die Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen nach § 8 Nr. 1 Buchst. d und e GewStG in der ab Erhebungszeitraum 2008 geltenden Fassung erfolgt unabhängig von der gewerbesteuerlichen Behandlung der Zahlungen beim Empfänger. Dies kann in den Fällen der Betriebsaufspaltung zu einer gewerbesteuerlichen Doppelbelastung führen:

Hinzurechnung des Finanzierungsanteils (20 % bei beweglichen Wirtschaftsgütern und 65 % bei Immobilien) bei der Betriebsgesellschaft; steuerpflichtiger Gewerbeertrag der Miet- und Pachtzahlungen beim Besitzunternehmer.

Zu Vermeidung dieser Doppelbelastung wird in der Literatur vielfach als Gestaltungsempfehlung die Reduzierung der Miete bzw. Pacht oder sogar die unentgeltliche Überlassung der betreffenden Wirtschaftsgüter aufgezeigt. Der dadurch auf der Ebene der Betriebsgesellschaft entstehende Gewinn könne an das Besitzunternehmen ausgeschüttet werden (Kürzung nach § 9 Nr. 2 GewStG beim Besitzunternehmen), so dass auch ein finanzieller Nachteil beim Besitzunternehmen nicht entstehe. Bei dieser Gestaltung ist jedoch in Einzelfällen Vorsicht geboten.