Ausgabe 14/2009
Steuertipp vom 02.04.2009

Vorsteuerabzug für Investitionen eines Golfvereins

Der Vorsteuerabzug setzt bekanntlich die Ausführung steuerpflichtiger Umsätze voraus. Fraglich ist, ob diese Voraussetzung durch einen Golfverein mit hohen Investitionskosten erreicht werden kann.

Steuerfrei sind nach der EU-Richtlinie 77/388/EWG die "in engem Zusammenhang mit Sport und Körperertüchtigung stehenden Dienstleistungen" von gemeinnützigen Einrichtungen an die Sportler. Dagegen sind nach § 4 Nr. 22 UStG nur die "sportlichen Veranstaltungen" gemeinnütziger Einrichtungen umsatzsteuerbefreit. Die Überlassung von Sportanlagen an Sportler zur Nutzung ist keine "sportliche Veranstaltung" i.S.d. § 4 Nr. 22 UStG, sondern nur Voraussetzung dafür (BFH, Urt. v. 11.10.2007 - V R 69/06, NV). Ist für den Sportverein die Steuerfreiheit günstiger, kann er sich zwar unmittelbar auf die Richtlinie berufen. Er muss es jedoch nicht, wenn wegen des Vorsteuerabzugs im Ergebnis das nationale Recht (Steuerpflicht der Umsätze) für ihn günstiger ist.