Ausgabe 17/2005
Steuertipp vom 28.04.2005

Vorsteuerberichtigung bei langfristigen Mietvorauszahlungen

Bei Ausführung steuerfreier Umsätze ist ein Vorsteuerabzug grundsätzlich ausgeschlossen. Ab 2005 ist eine Vorsteuerberichtigung auch bei Vorauszahlungen für sonstige Leistungen vorgesehen (z.B. Anzahlung für längerfristiges Mietleasing, Mietvorauszahlungen für die Nutzung von EDV-Programmen), wenn sich die für den Vorsteuerabzug maßgebenden Verhältnisse (z.B. Verhältnis der steuerfreien zu den steuerpflichtigen Umsätzen) in den Folgejahren ändern.

Beispiel: Ein Hautarzt hat im Jahr 05 einen Leasingvertrag für eine neue Praxiseinrichtung abgeschlossen und hierauf eine Leasingsonderzahlung in Höhe von 50.000 ? zuzüglich 8.000 ? Umsatzsteuer geleistet. Die laufende, monatlich zu entrichtende Leasingrate beträgt 2.000 ? zuzüglich 320 ? Umsatzsteuer. Im Jahr 05 werden ausschließlich steuerfreie Umsätze ausgeführt, so dass ein Vorsteuerabzug aus der Leasingsonderzahlung und den laufenden Leasingraten nicht in Betracht kommt. Ab dem Jahr 06 hat der Hautarzt von einer AG den Auftrag erhalten, im Zusammenhang mit der Einführung neuer Produkte Gutachten zu erstellen. Daher wird die Praxiseinrichtung ab dem Jahr 06 zu 50 % zur Ausführung steuerfreier Umsätze und zu 50 % für umsatzsteuerpflichtige Umsätze genutzt.