Ausgabe 20/2017
Steuertipp vom 16.05.2017

Weiterübertragung eines ererbten Familienheims unter Nießbrauchsvorbehalt

Die Steuerbefreiung für ein Familienheim nach § 13 Abs. 1 Nr. 4b EStG fällt mit Wirkung für die Vergangenheit weg, wenn der Erwerber das Familienheim innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb nicht mehr zu Wohnzwecken selbst nutzt, es sei denn, er ist aus zwingenden Gründen an einer Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken gehindert. Umstritten ist, ob die Steuerbefreiung auch dann rückwirkend entfällt, wenn der überlebende Ehegatte und Erbe das ererbte Familienheim unter Vorbehalt des Nießbrauchs auf ein Kind weiterüberträgt.

Das FG Münster hat den rückwirkenden Wegfall der Begünstigung bejaht, wenn der ursprünglich Begünstigte das Familienheim nicht mehr aufgrund seiner Eigentümerstellung, sondern lediglich infolge eines ihm eingeräumten Nießbrauchs weiterhin zu eigenen Wohnzwecken nutzt.