Ausgabe 27/2008
Steuertipp vom 03.07.2008

Werbungskosten bei Nichtausübung des Optionsrechts durch Arbeitnehmer

Erst vor kurzem hat der BFH mit Urteil vom 19.12.2007 entschieden, dass der Inhaber einer erworbenen Kaufoption steuerlich keinen Verlust aus einem privaten Veräußerungsgeschäft geltend machen kann, wenn er die Option verfallen lässt (BFH, Urt. v. 19.12.2007 - IX R 11/06, STX 20/2008, 308).

Davon zu unterscheiden sind jedoch die Fälle, in denen ein Arbeitnehmer eine Aktienoption von seinem Arbeitgeber erhält. Nach ständiger Rechtsprechung des BFH stellt die verbilligte Überlassung von Aktien durch den Arbeitgeber steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Der Vorteil aus einem für Dienstleistungen gewährten Aktienoptionsprogramm führt allerdings erst in dem Zeitpunkt zum Lohnzufluss, in dem die Ansprüche aus den Optionsrechten erfüllt werden. Dabei errechnet sich der Vorteil aus der Differenz zwischen dem üblichen Endpreis der Aktien am Verschaffungstag und den diesbezüglichen Aufwendungen des Arbeitnehmers, zu denen auch Optionskosten zählen.

Mit Urteil vom 03.05.2007 hat der BFH zu dieser Fallgestaltung entschieden, dass die Optionskosten als vergebliche Werbungskosten abziehbar sind, wenn die Optionsrechte nicht ausgeübt werden. Maßgeblicher Zeitpunkt ist das Jahr, in dem die Optionsrechte wegen Nichtausübung der Option verfallen (BFH, Urt. v. 03.05.2007 - , BStBl II 2007, , STX 27/2007, 418).