Ausgabe 50/2015
Steuertipp vom 08.12.2015

Werbungskostenabzug für ein Disagio

Nach § 11 Abs. 2 Satz 3 EStG sind Ausgaben, die für eine Nutzungsüberlassung von mehr als fünf Jahren im Voraus geleistet werden, insgesamt auf den Zeitraum gleichmäßig zu verteilen, für den die Vorauszahlung geleistet wird. Dies gilt nach Satz 4 allerdings nicht für ein Damnum oder Disagio, soweit es marktüblich ist. Aus Vereinfachungsgründen kann von der Marktüblichkeit ausgegangen werden, wenn für ein Darlehen mit einem Zinsfestschreibungszeitraum von mindestens fünf Jahren ein Damnum in Höhe von bis zu 5 % vereinbart worden ist (H 21.2 Finanzierungskosten, i.V.m. BMF-Schreiben v. 20.10.2003, BStBl I 2003, 546).

Das FG Rheinland-Pfalz hat mit Urteil vom 16.10.2014, 4 K 1265/13 die Verwaltungsauffassung bestätigt und hierzu entschieden, dass der über 5 % hinausgehende Disagiobetrag auf den Zinsfestschreibungszeitraum zu verteilen und im Streitjahr nur anteilig als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zu berücksichtigen ist, weil es das im Streitfall vom Kläger vereinbarte Disagio als nicht marktüblich angesehen hat. Dies ergäbe sich daraus, dass der mit 2,85 % vereinbarte Nominalzins deutlich niedriger als der seinerzeitige übliche Marktzins von 5 % sei.

Die wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassene Revision wurde eingelegt, sie ist beim BFH unter Az.: IX R 38/14 anhängig. Entsprechende Einsprüche ruhen gem. § 363 Abs. 2 Satz 2 AO.