Ausgabe 7/2017
Steuertipp vom 14.02.2017

Zeitpunkt des Abzugs eines Disagios

Grundsätzlich sind die Aufwendungen für ein Damnum oder Disagio in Höhe des vom jeweiligen Darlehensnehmer an das Kreditinstitut gezahlten Betrags als Werbungskosten sofort abziehbar, soweit unter Berücksichtigung der jährlichen Zinsbelastung die marktüblichen Beträge nicht überschritten werden. Nach Verwaltungsauffassung kann aus Vereinfachungsgründen (BMF-Schreiben v. 20.10.2003, BStBl I 2003, 546, Rdnr. 15) von der Marktüblichkeit ausgegangen werden, wenn für ein Darlehen mit einem Zinsfestschreibungszeitraum von mindestens fünf Jahren ein Damnum in Höhe von bis zu 5 % vereinbart worden ist. Der über die marktüblichen Beträge hinausgehende Teil ist auf den Zinsfestschreibungszeitraum oder bei dessen Fehlen auf die Laufzeit des Darlehens zu verteilen. Diese Regelung ergibt sich aus § 11 Abs. 2 Satz 3 und 4 EStG.