Ausgabe 46/2021
Steuertipp vom 17.11.2021

Zuordnung der Photovoltaikanlage zum Unternehmensvermögen

Photovoltaikanlagen können zwar wesentliche Bestandteile eines Gebäudes nach § 94 Abs. 2 BGB sein, sie stellen jedoch Betriebsvorrichtungen dar, da sie ausschließlich der Stromerzeugung dienen. Aus diesem Grund sind sie umsatzsteuerlich als eigenständige Zuordnungsobjekte i.S.d. § 15 Abs. 1 UStG anzusehen. Der Unternehmer kann die Anlage daher auch dann seinem Unternehmen zuordnen, wenn er das Gebäude in seinem nichtunternehmerischen Bereich hält. Die Zuordnung der Photovoltaikanlage zum Unternehmensvermögen setzt voraus, dass die Anlage zu mindestens 10 % für unternehmerische Zwecke genutzt wird, § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG. Dies kann bei einem ganz oder teilweise und regelmäßigen Einspeisen des erzeugten Stroms in das allgemeine Stromnetz grundsätzlich unterstellt werden.

Bei Anlagen, für die das EEG in der ab dem 01.04.2012 geltenden Fassung anzuwenden ist und der dezentral verbrauchte Strom (sog. Direktverbrauch) nicht mehr Gegenstand der Lieferung an den Netzbetreiber ist, liegt für den dezentral verbrauchten Strom eine nichtunternehmerische Verwendung vor, die ggf. zu einem Zuordnungswahlrecht bei der Anschaffung der Photovoltaikanlage führt (Abschn. 2.5 Abs. 11 und 13 UStAE).