Ausgabe 45/2018
Steuertipp vom 06.11.2018

Zuordnung von Schuldzinsen bei einem gemischt genutzten Grundstück

Das FG Köln hat in seiner Entscheidung vom 05.07.2017 - 3 K 2048/16 die Rechtsauffassung der Finanzverwaltung bestätigt, dass die Zuordnungsentscheidung und der tatsächliche Einsatz der zur Teilfinanzierung eines gemischt genutzten Grundstücks aufgenommenen Darlehen nicht dadurch rückgängig gemacht werden kann, dass die Darlehen später rückabgewickelt werden und anschließend eine Neufinanzierung erfolgt.

Im Streitfall hatten die Steuerpflichtigen im Jahr 2007 ein Mehrfamilienhaus erworben, das zum Teil selbstgenutzt und zum Teil fremdvermietet wurde. Seinerzeit hatten die Steuerpflichtigen beabsichtigt, den selbstgenutzten Gebäudeteil allein mit Eigenkapital zu finanzieren und die Kreditmittel ausschließlich für den fremdvermieteten Gebäudebereich einzusetzen. Im notariellen Kaufvertrag waren daher die Anschaffungskosten für die unterschiedlichen Gebäudeteile genau beziffert. Da die Darlehensmittel allerdings auf ein Girokonto überwiesen worden waren, auf dem sich auch die Eigenmittel der Kläger befanden, und somit die Anschaffungskosten für den fremdvermieteten Teil nicht objektiv nachprüfbar tatsächlich mit den dafür aufgenommenen Darlehensmitteln bezahlt worden sind, konnten die Darlehenszinsen letztlich nur anteilig als Werbungskosten abgezogen werden.