Ausgabe 31/2016
Steuertipp vom 02.08.2016

Zurechnung eines vom Arbeitgeber geleasten Pkw beim Arbeitnehmer

In der Praxis stellt sich vermehrt die Frage, ob bei der Überlassung eines vom Arbeitgeber geleasten Fahrzeugs an den Arbeitnehmer zu privaten Fahrten der geldwerte Vorteil nach der 1-%-Regelung bzw. der Fahrtenbuchmethode oder mit der Differenz zwischen den marktüblichen und den vom Arbeitnehmer tatsächlich gezahlten Leasingkosten zu bewerten ist.

Dazu bestätigte der BFH in seinem Urteil vom 18.12.2014 (BStBl II 2015, 670) den Grundsatz, dass die Überlassung eines betrieblichen Pkw durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für dessen Privatnutzung zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers und damit zu Lohnzufluss führt. Steht der Vorteil dem Grund nach fest, ist dieser zwingend entweder mit der 1-%-Regelung oder mit der Fahrtenbuchmethode zu bewerten (§ 8 Abs. 2 Satz 2 bis 5 i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG).

Die Anwendung dieser Bewertung kann nicht durch Zahlung eines Nutzungsentgelts vermieden werden. Vom Arbeitnehmer gezahlte Nutzungsvergütungen sind vielmehr von den ermittelten Werten abzuziehen. Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten des Pkw sind wie Anschaffungskosten eines Nutzungsrechts zu behandeln und im Wege der AfA für das Nutzungsrecht ?wie ein materielles Wirtschaftsgut? zu berücksichtigen.