Ausgabe 22/2015
Steuertipp vom 28.05.2015

Zustimmung bzw. Widerruf des Antrags auf Realsplitting

Für die Abzugsfähigkeit der Unterhaltsleistungen beim Geber im Rahmen des sog. Realsplittings nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG ist es erforderlich, dass der Leistungsempfänger dem Antrag zustimmt und dies dem Finanzamt gegenüber erklärt wird. Die Zustimmung ist vom Leistungsgeber, nicht vom Finanzamt einzuholen. Für die Zustimmung sind keine besondere Form und Frist bestimmt. Die erteilte Zustimmung bindet den Unterhaltsempfänger (anders als der Antrag den Geber) grundsätzlich auf Dauer. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Zustimmung vor Beginn des Kalenderjahres, für das sie erstmals nicht mehr gelten soll, zu widerrufen (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 Satz 5 EStG). Dies gilt auch dann, wenn die Zustimmung im Rahmen eines Vergleichs erteilt wurde (vgl. R 10.2 Abs. 2 EStR 2011).